Der digitale Daemon by Ralph Haupter
Author:Ralph Haupter [Haupter, Ralph]
Language: deu
Format: epub
Publisher: Redline Verlag
Published: 2012-10-30T23:00:00+00:00
Die Daten der Anderen oder: Niemand will mehr niemand sein
Es gibt jedoch eine große Hürde: Kunden müssen Data-Marketing mindestens tolerieren, besser akzeptieren. Wenn sich Marketing nach Spionage anfühlt, geht der Schuss naturgemäß nach hinten los. Die Daten gehören nicht Marketers, sondern den Kunden. Seriöse Unternehmen werden die rechtlichen Grenzen des Datenschutzes auch dann nicht überschreiten, wenn es in den Weiten der Datenwelt staatliche Vollzugsdefizite geben sollte. Dazu bedarf es keines moralischen Appells. Es greift das Prinzip des Eigeninteresses, denn Kunden sind mächtiger als jeder hauptamtliche Datenschützer.
Kommerzielle Nutzung personenbezogener Daten ist ein heikles Thema. Das zeigt gerade wieder der aktuelle Fall der Schufa. Die privatwirtschaftliche Kreditauskunftei Schufa wollte gemeinsam mit dem Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam untersuchen, inwiefern sich Online-Kanäle wie Facebook, XING, Twitter oder auch Google Streetview zur »Einsichtnahme und auch der Bewertung von Informationen aus dem Web«27 eignen. Diese Internetdaten wollte die Schufa mit den bislang schon vorliegenden Daten verknüpfen, um ein möglichst umfassendes Verbraucherbild zur Bewertung der Kreditwürdigkeit zu bekommen. Das Projekt stieß auf heftige Kritik von Politik, Datenschützern, Medien, Internetnutzern und Verbrauchern. Die Medienresonanz war verheerend. Das Thema wurde in sämtlichen Leitmedien aufgegriffen und kritisch diskutiert. Politiker und Datenschützer äußerten sich empört. Verbraucherministerin Ilse Aigner warnte die Schufa davor, zum »Big Brother« der Privatwirtschaft zu werden und Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg sprach von »Grenzüberschreitung«. Die knapp 19 Millionen aktiven Social-Network-Nutzer in Deutschland28 selber reagierten zwar einerseits mit viel Humor und ironischen Fake-Postings. Generell war die Empörung der Verbraucher aber groß. Infolge der massiv negativen Resonanz wurde das Projekt nur einen Tag nach Bekanntwerden wieder eingestellt. Dieses Negativbeispiel zeigt, dass die Nutzung personenbezogener Daten ein sensibles Thema ist, das man mit Fingerspitzengefühl angehen muss.
Es wird sich in den kommenden Jahren eine Verbraucherkultur mit einer Liste von Bedingungen herausbilden, unter denen die Mehrheit der Kunden bereit ist, Daten mit Unternehmen zu teilen. Der Absender von Data-Marketing muss ein ausreichendes Maß an Sicherheit und Transparenz schaffen. Kunden müssen zudem einen Mehrwert für sich erkennen und die Datennutzung als verhältnismäßig empfinden. Vertrauen ist bekanntlich hart erarbeitet und schnell verspielt. Dies gilt besonders für den kommerziellen Umgang mit persönlichen Daten. Es werden nur die Unternehmen von der Kundendaten-Revolution profitieren, welche die Regeln dieser neuen Verbraucherkultur respektieren, Vertrauen aufbauen und bestätigen.
Es kann heute niemand vorhersagen, wo Konsumenten die Grenzen ihrer Privatheit in Zukunft ziehen werden. Es wird Bereiche geben, da werden wir besonders sensibel hinschauen, wenn Gefahr auf Datenmissbrauch im Verzug scheint. Und es wird Felder geben, da werden wir sehr entspannt Informationen teilen, weil der Nutzen hoch und die Missbrauchsgefahr gering ist. In der aktuellen Diskussion um Datennutzung geben die Skeptiker und Regulierer den Ton an. Vorteile und Chancen für Anbieter und Verbraucher fallen im Diskurs oft hinten hinunter. Die Akzeptanz durch den Kunden ist dabei die Hintergrundfolie, vor der alle Überlegungen erfolgen. An dieser Stelle haben wir allerdings ein deutlich größeres Vertrauen in die Kompetenz und Lernkurven der Nutzer als der ein oder andere Datenschützer oder Rechts-Politiker.
Aufgeklärte Verbraucher teilen ihre Daten in der Mehrheit freiwillig und bewusst und nicht, weil sie von Kundenkartenbetreibern oder sozialen Netzwerken bösartig ausgetrickst werden.
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